„Eine Stunde für die Seele“ berührt
25-jähriges Bestehen des Hospizkreises
Bericht von Felix Strickmann
Samstag, 14.02.2026

Anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Hospizkreises Ostbevern präsentierte die Gruppe Charisma „eine Stunde für die Seele“ in der kleinen Ambrosiuskirche. Foto: Felix Strickmann
OSTBEVERN. Mit einem stimmungsvollen Konzert ist der Hospizkreis Ostbevern in sein Jubiläumsjahr gestartet. Seit 25 Jahren begleitet der Verein schwerstkranke und sterbende Menschen sowie ihre Angehörigen. Ein Anlass, der am Sonntagabend mit der Veranstaltung „Eine Stunde für die Seele“ gewürdigt wurde. Über hundert Besucherinnen und Besucher kamen in die kleine St.-Ambrosiuskirche, sodass zusätzliche Stühle herbeigeschafft werden mussten.
Zu Gast war die Gruppe „Charisma“ aus Ahaus mit Ulrich Walters und Leonie Wieling. Walters, der die Lieder selbst komponiert, getextet und arrangiert hatte, sorgte gemeinsam mit Wieling aus Dülmen mit ihrem Gesang für eine intensive, aber bewusst ruhig gehaltene Stunde. „Die Lieder sollen die Seele berühren“, sagte Walters – und bat das Publikum gleich zu Beginn, zwischen den einzelnen Stücken nicht zu applaudieren, um die innere Ruhe nicht zu unterbrechen. Der Beifall sollte erst am Ende des Konzertes erklingen.
Hospizkreis-Leiter Bernd Jungblut begrüßte die Gäste mit dem Wunsch nach einer „Zeit, sich zu besinnen“ und einer Gelegenheit zum „Innehalten und zur Ruhe kommen“. Es sei die erste von mehreren Veranstaltungen im Jubiläumsjahr, betonte er.
In einer Weltlage, die viele Menschen als unsicher erleben, und angesichts persönlicher Sorgen solle das Konzert dem Gefühl entgegenwirken, kaum noch zur Ruhe zu kommen. Entsprechend griffen die Lieder Themen wie die Sehnsucht nach Frieden, und die Suche nach Hoffnung und Kraftquellen in unruhigen Zeiten auf. Auch Fragen nach Demokratie und einem gemeinsamen Miteinander – „so leben, dass alle leben können“ -, nach dem Leid durch Krieg oder nach dem eigenen Seelenheil fanden Raum. Ein Lied erinnerte an Verstorbene, ein anderes ermutigte dazu, Dankbarkeit zu teilen – als etwas, das Schmerz und Hoffnung miteinander verbinden kann. Denn die Erfahrung zeige, dass es bei allem Schönen und Guten, das wir erleben dürfen, auch immer Schattenseiten gibt.
Der Gesang von Walters und Wieling erklang durch die Kirche, während Musik, Bilder und Texte am Computer arrangiert und zu einer stimmigen Gesamtinszenierung auf einer Leinwand verwoben wurden. Die gezeigten Bilder
von Meer und Strand, Himmel, Regenbogen, Wald oder leuchtenden Sonnenblumen nahmen Gedanken und Stimmungen der Lieder auf und verstärkten ihre Wirkung.
Viele Zuhörerinnen und Zuhörer schlossen zeitweise die Augen, ließen sich auf die Klänge und Bilder ein und waren ganz im Moment. Am Ende entlud sich die zuvor bewusst zurückgehaltene Resonanz in langem, kräftigem Applaus. Bernd Jungblut dankte den Künstlern für ein „inspirierendes, berührendes und vielfältiges“ Konzert und für eine Stunde, die ihrem Titel gerecht wurde.

